Sind wir nicht alle ein bisschen Dumbo?

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Ich liebe Elefanten!

Schon seit ich klein bin, begeistern mich diese riesengroßen grauen Wesen, die so feinfühlig sind.

Vor ein paar Jahren habe ich in meiner Ausbildung als CLMA mein Tierprojekt zu einem Elefanten gemacht und ich muss es gestehen es war ein Babyelefant.

Elefanten sind zwar wirklich schwer; so bringt ein erwachsener männlicher Elefant tatsächlich 6000 kg auf die Waage, während so eine schicke Elefantendame nur 3000 kg wiegt.

Doch schwerfällig bewegen sie sich gar nicht, denn sie hören mit ihren Füßen, diese sind recht sensibel und nehmen Schwingungen kilometerweit auf.

Deswegen mag ich das auch gar nicht, wenn alle immer denken man solle so stampfen wie die Elefanten, weil das machen die ja gar nicht, wegen ihrer zarten Füße.

Aktuell wurde einer meiner Lieblingsfilme Dumbo neu verfilmt – in 3 D.

Mit leuchtenden Augen, wie die von einem fünfjährigen Mädchen machte ich mich auf die Socken ins Kino … ich habe wahrscheinlich ausgesehen wie wenn mein Geburtstag, Ostern und Weihnachten zusammenfallen.

Nach wie vor frage ich mich manchmal:

»Sind wir denn nicht alle ein bisschen Dumbo?«

Dieser kleine Elefant hat einen großen Platz in meinem Herzen, denn er ist Einzigartig mit seinen riesengroßen Ohren.

Er passt halt irgendwie nicht ins System und schafft Irritation in seinem Umfeld.

Doch es gibt zwei Kinder und die Beiden haben die Gabe die Einzigartigkeit zu sehen und die Bedürfnisse des kleinen Elefanten zu erkennen.

Doch ich fange am besten an von vorne zu erzählen:

Auf der Kinoleinwand sind zwei Kinder zu sehen, die an einem Bahnsteig stehen und sehnsüchtig warten, dass ihr Vater der aus dem Krieg nach Hause kehrt.

Als er aus dem Zug steigt, stehen die Beiden ängstlich vor ihrem Papa, denn er hat im Krieg einen Arm verloren.

Mit einem schüchternen Lächeln umarmt er sie einarmig und gibt ihnen zu verstehen, dass er doch noch immer ihr Vater sei.

Der Zirkus indem sie alle wohnen und arbeiten geht es finanziell schlecht.

Und wie soll nun ein einarmiger Reiter eine Show auf die Beine stellen?

Verwirrung macht sich breit… denn abgesehen davon, dass die Pferde verkauft wurden, die Mutter gestorben ist und der Vater nur einen Arm hat, ist an eine Show gar nicht mehr zu denken!

Doch es wurden Elefanten gekauft!

Und irgendwer soll sich um die Elefanten kümmern.

Ein Elefantin sticht besonders hervor, sie ist störrisch und möchte ihren Stall nicht verlassen.

Und es wird auch klar weshalb; sie hat einen guten Grund, denn sie hat ein junges geboren.

Die Freude aller Zirkusbewohner ist groß – so kommt endlich Geld in die Kasse mit dieser tollen neuen Attraktion.

Der kleine Elefant strahlt mit seinen blauen Augen durch das Stroh und sucht sich mit seinem Rüssel einen Weg ins freie – und der Schreck ist für alle groß!

Dieses kleine Elefantengeschöpf hat riesengroße Ohren die ihm ins Gesicht hängen.

Alle tun sich irgendwie fremdschämen und fühlen sich betrogen.

Doch die beiden Menschenkinder sehen Angst und Verwirrung in den kleinen Elefantenaugen, weil sie ihm mit Empathie begegnen.

Es entsteht zwischen den Kindern und dem kleinen Elefanten eine Freundschaft, doch warum eigentlich?

Rumi schrieb einmal:

»Zwischen falsch und richtig liegt ein Ort, an dem begegnen wir uns.«

Die Kinder haben die Einzigartigkeit des kleinen Elefanten gesehen und sein Bedürfnis gesehen, so angenommen zu werden wie er ist.

Dies ist wahrscheinlich ein Bedürfnis was wir alle haben, doch die Welt da draußen kann manchmal grausam sein…

So ist die Welt grausam zu Dumbo, seine Mama wird verkauft und er soll eine Art Attraktion werden, welche auf einem Podest 20 m nach oben gefahren wird und vor einer brennenden Wand steht und diese mit Wasser aus seinem Rüssel löschen soll.

Mit angsterfüllten Augen steht er mit zitternden und wackeligen Beinen da – regungslos.

Die Zuschauer sind laut – eine wahrhaft grausame Szene, wenn wir sie aus Dumbos Augen erleben.

Doch es gibt immer irgendwo Licht und Menschen die an einen glauben.

Vier Kinderaugen blicken hoch und fühlen mit.

Sie haben herausgefunden, dass der kleine Elefanten fliegen kann und glauben an ihn.

Dumbo schaut in die Kinderaugen und weiß er wird sterben, wenn er dort oben bleibt – er blickt nach unten, stürzt von der 20 Meter hohen Plattform und fängt an zu fliegen.

Den Zuschauer fallen fast die Augen heraus!
Drei etwas fülligere Jungs lachen Dumbo aus und was macht er?

Er fliegt vorbei und pustet das ganze Wasser, welches in seinem Rüssel ist, Ihnen ins Gesicht.

In der Gewaltfreien Kommunikation geht Marshall Rosenberg davon aus, dass das Gegenüber immer einen guten Grund hat etwas zu tun – so wahrscheinlich auch Dumbo.

Der Zirkus wird bekannt, Geld wird eingespielt und ein großer Investor kommt und will eine Kooperation mit dem Zirkus starten.

Okay, wir wissen alle, dass er nur scharf auf den kleinen fliegenden Elefanten ist und die Dollarzeichen sind in seinen Augen eingebrannt.

Kurzerhand ziehen alle Zirkusbewohner, egal ob Mensch oder Tier in einen der größten Freizeitparks.

Dumbo soll eine Trapezkünstlerin durch die Manege fliegen, doch das ist eben nicht ganz sooooo leicht und er will nicht.

Die Kinder versprechen ihm, wenn er das tut, dann darf er zurück zu seiner Mama, denn das ist sein größter Wunsch, sein Bedürfnis nach Liebe ist so groß, dass er alles tut um zurück zu seiner Mama zu kommen.
Er übt und übt und übt und übt…

Auf einmal hört er einen Laut – und  wie die der Zufall so will… ist seine Mama im selben Freizeitpark; er fliegt während der Vorstellung aus der Mangege heraus und sieht die große Elefantin eingesperrt hinter Eisenstäben.

Es ist wahrlich dramatisch, die Beiden beieinander zu sehen und wie sie voneinander ferngehalten werden. Doch nicht nur das, die Zirkusbewohner werden kurzerhand gefeuert und stehen auf der Straße.

Doch wie vorhin erwähnt, gibt es immer Licht.

Die Zirkusbewohner möchten Dumbo und seiner Elefantenmutter es ermöglichen in Freiheit zu leben.

Sie bewahren alle Haltung und planen einen riesen Clou, indem sie eine Rettungsaktion starten.

Das mit dem Haltung bewahren ist ja auch so eine Sache, dafür braucht es menschlich ganz schön viel.

Auch Marshall Rosenberg fand das natürlich toll, dass Menschen die Gewaltfreie Kommunikation und 4 Schritte der GFK nutzen, doch ihm war die Haltung dahinter viel wichtiger.

Die Zirkusbewohner haben ihre Gefühle wie Traurigkeit, Irritation… erkannt und angenommen und sich anschließend mit ihren Bedürfnissen verbunden wie sie oder auch Dumbo und seine Mama leben möchten, wie z.B. in Freiheit, Frieden, Akzeptanz, Sicherheit…

Nur wenn wir unsere Bedürfnisse oder die des Gegenübers erkennen können, können Lösungen oder besser gesagt Strategien entwickelt werden, wie Bedürfnisse gestillt werden können – und die Lösungen liegen immer in uns.

So haben die Zirkusbewohner auch eine Strategie entwickelt Dumbo zu retten.

Nun ist er frei, fühlt sich zugehörig und geborgen – dank einiger Menschen die ihn gesehen haben, weil sie ihm auf Augenhöhe begegnet sind.

Ich wünsche Dir auch Menschen, die die Gabe besitzen Deine Einzigartigkeit zu sehen und ein bisschen Disneymagie, dass alles immer gut ausgeht.

Wenn Du erfahren möchtest, wie es ist möglich ist, die Einzigartigkeit jedes Kindes im Tanzunterricht zu fördern, dann sei am 22.9.2019 in Leipzig bei 

»Wer kann…? Jenny Gertz eine Pionierin des Kindertanzes der 1920er Jahre« dabei. Sie ist mein Schmuckstück unter meinen Fortbildungen und es ist eine ganz besonders EINZIGARTIGE Möglichkeit in den Kindertanz einzutauchen.

Ich würde mich sehr freuen Dich in Leipzig zu sehen.

Deine Stefi

LEIPZIG
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PS:

Solltest Du jemanden kennen, der wie Du von dieser Fortbildung profitieren könnte, dann teile sie doch gerne mit Deinen Freunden oder Kollegen, denn wenn Du sie als wertvoll empfindest werden sie das auch tun.

Hier hast Du die Möglichkeit Dir den Blogartikel im »Tanze wild und frech Podcast« anzuhören.