Von der Leuchtkraft des Dranbleibens und wachsenden Rüben

Wir schreiben das Jahr 2014, es ist Sommer und ich bin zu Besuch in Süddeutschland. Mein Papa hat den Grill angeschmissen und will darauf ein ganzes Hähnchen auf einer mit Kräutern und Bier befüllten Bierdose für mehrere Stunden rösten lassen.

Während der Vogel auf dem Grill ist blickt mein Vater mich interessierst mit seinen großen Augen an und fragt mit tiefer Stimme:

»Töchterchen wie geht’s?«

Ich platze los:

»Ich liebe was ich tue, ich gebe mir viel Mühe, aber das mit dem Geld…. das ist immer knapp!«

Er schweigt für einen Moment und denkt nach – dann antwortet er:

»Hast Du schon jemals etwas von Warren Buffet*, dem Orakel von Omaha gehört?«

Ein Orakel, denke ich mir, das klingt irgendwie kurios!

Er erzählt von Warren Buffet, dass dieser ein besonderes gutes Gespür fürs Geschäft hat, hohe Gewinne macht und diese aber immer wieder guten Zwecken zukommen lässt.

»Mit glücklichen Kunden ist noch nie ein Geschäft gescheitert«¹

sagte Warren Buffet einmal.

Gut gesagt Herr Buffett, doch was, wenn man zu wenig Kunden hat?
Was macht man da?
Wie komme ich an Kunden ran?
Was tun wenn einem das Geld eben nicht zufließt?

Eine Situation für die Zwickmühle!

Ein Buch* von Warren Buffet und ein Schaumbad wurden mein bester Freund in dieser Zwickmühle, denn von Herrn Buffet könnte ich viel lernen!

Die Ratschläge die mir ein paar Leute gaben, wie mach einen anderen Job nebenher um Geld zu verdienen oder ähnliches ließen mich immer ärgerlicher werden!

Meinem Papa war es immer wichtig dass ich glücklich bin! Es ging nie darum wieviel man hat – wichtig für ihn war, dass seine Liebsten zufrieden sind.

Zufrieden machte mich das allerdings nicht, was zu machen was ich nicht will!

Ich wollte Inhalte geben die wertvoll waren, nach Prinzipien orientiert, für die Praxis anwendbar und alles bitte mit einer Prise Leichtigkeit!

Ich investierte in mich!

Ich fing an zu bloggen, beschäftigte mich mit Newslettern, las Business Bücher, investierte in eine neue Homepage, in ein Logo, ging auf Konferenzen, ….

»Unsere Welt ist voller Möglichkeiten.«¹

Ich arbeitete viel – um die 80 oder mehr Stunden die Woche – ich nahm mir viel Zeit und Geld um Dinge auszuprobieren! Der Kontostand war nach wie vor mau. Ich war fix und foxi!

»Wenn man sich in einer Grube befindet, ist das Wichtigste mit dem Graben aufzuhören.«¹

Ich hörte auf mit Volldampf durch das eigene Leben zu düsen!

Ich hielt inne, starrte vor mich hin – wieder einmal in der Badewanne.

Ich kam zu dem Schluss ich brauche Hilfe, ich bin ein Künstler und habe zu wenig Ahnung von diesen Businessdingen!

Ich gönnte mir eine Unternehmensberatung und lernte viel darüber wie authentisches Marketing geht, was der Kunde braucht, bekam die für mich richtigen Literaturtipps und last but not least lernte ich, dass der Kunde sieben mal an der Zahl über ein Event informiert werden muss!

»Allem Talent und Anstrengungen zum Trotz – einige Dinge brauchen Zeit.
Niemand kann innerhalb eines Monats ein Kind hervorbringen, indem er neun Frauen schwängert.«¹

Also hieß es warten… eine Eigenschaft die ich als Dozentin & Tanzpädagogin wohl besonders gut haben sollte – habe ich auch… für meine Schüler.
Aber nicht für mich selber, doch nur weil ich an den Rüben ziehe wachsen die ja bekanntlich auch nicht schneller!

Ich bin nicht das Orakel von Omaha geworden, aber zufrieden, so wie mein Papa sich das gewünscht hat.

Ich mache liebe was ich tue und biete großen und kleinen Menschen eine Spielwiese voller Kreativität mit ihrem eigenen Körper.

Ich weiß mittlerweile wie Prozesse gehen und kann gerade deshalb zurückkehren zum intuitiven Arbeiten.

Ich nehme mir Zeit für Entscheidungen und verbinde mich mit dem was ich möchte und nicht mit dem was gut wäre.

Es war ein langer Weg des Dranbleibens an der eigenen Idee, die mich heute aber nach wie vor zum Leuchten bringt.

Heidemarie von TanZeit Düsseldorf hat einen glänzenden Blogbeitrag zum Thema Finanzierung und Marketing für Tanzschaffende und Künstler geschrieben; schau gerne mal bei Ihr rein; mir hat es Freude bereitet ihn zu lesen.

Dieser Artikel ist im Februar 2019 von mir im TANZSCHULE – Das Businessmagazin für die Tanzbranche erschienen.
Es ist ein grandioses Magazin, was die Tanzbranche unglaublich bereichert.
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Deine Stefi

Literaturquelle
¹ Meine Warren Buffett Bibel – Erfolgreich denken lernen – Die Grundsätze des Starinvestors von Robert L. Bloch, 2016 erschienen im S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main*

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