Über mich

Stefi Schmid, Biographie, Kindertanz, Ausbildung, Tanz, Kinder

Die erste Tänzerin, die mich tief beeindruckte war Marcia Haydeé.

Schon als Neunjährige wusste ich daher genau: Ich will Ballerina werden. Denn ich war mir obendrein sicher, dass eine graziöse Ballerina ihren Müll nicht selber rausbringt.

Also fing ich an, zu tanzen.
Doch mein Körper veränderte sich und nach einem Jahr war mein Traum an der John Cranko Schule in Stuttgart zu Ende – für mich brach eine Welt zusammen! Ich tanzte an einer Ballettschule weiter, doch nicht für lange, denn ich vermisste dort einen freundlichen Umgang der Lehrerin mit ihren Schülern. So hörte ich schweren Herzens erst einmal mit dem Tanzen auf.

Die Liebe zur Kunst aber blieb bestehen!

Nachdem aus meinem Traum nichts geworden war, beschloss ich, eine Ausbildung als Heilerziehungspflegerin zu machen, was durch viele wunderbare Menschen, die mich nachhaltig geprägt haben, eine der wichtigsten Erfahrungen in meinem Leben wurde.

Das Menschenbild, das in dieser Ausbildung vermittelt wurde war individuell und einzigartig – ich durfte malen, plastizieren, Musik machen und schauspielern. All dies trug für mich zur Persönlichkeitsstärkung bei, ich habe gelernt anzupacken und durchzuhalten, habe nachts bei Hochwasser Alpakas vor dem Ertrinken gerettet und ja, ich habe sogar gelernt, meinen Namen zu tanzen!

KINDER?

Mit Kindern hatte ich irgendwie nichts am Hut, ich mochte Kinder, denn sie sind ja Menschen wie du und ich, aber schlussendlich war ich keine Person, die entzückt jedes Kind auf den Arm nimmt und kreischt. Diese jungen Menschenwesen sind ja neu auf dieser Erde, ihre Seele ist zart, die Sinne sind zumeist weit geöffnet und für mich dürfen Kinder genauso mit Respekt und Empathie behandelt werden, wie die großen Menschen!
Dann kam ein Angebot ins Haus geflattert, neun seelenpflegebedürftige Mädchen in einem Internat am Bodensee zu betreuen. Es war eine tolle Zeit und ich durfte von diesem Mädchen so viel lernen. Meine Arbeit ist bis heute sehr von der Arbeit mit diesen Mädchen geprägt.

Aber was war nun mit der Kunst? Nach vielen Schauspiel- und Gesangstunden, die ich neben meiner Arbeit im Internat machte, konnte ich mich nicht entscheiden, was ich denn nun studieren sollte, denn tanzen wollte ich ja auch noch! Die ursprüngliche Idee, meinen Müll von anderen raustragen zu lassen, war immer noch tief in meinem Kopf verankert!

Ich studierte Musical!

Der Traum, auf die Bühne zu gehen, war da, aber nicht so präsent, wie Kindern und Jugendlichen einen Raum für ihren künstlerischen und seelischen Ausdruck zu geben. Ich wollte diese Tools in meinem Koffer haben!

Während meiner Ausbildung als Musicaldarstellerin unterrichtete ich Kinder im Tanz, es kam wie von selbst zu mir – es flatterte ein Angebot nach dem anderen für Kinder herein, Kinderballett, Kinderjazz, Kindertanz – und es machte mir riesigen Spaß, Kinder zu unterrichten!

Eines Tages, ich weiß es noch, als ob es gestern war, kam ein Mädchen auf mich zu, ich glaube sie hieß Charlotte, und sagte: „Stefi, wann tanzen wir denn endlich?“
Das war ein sehr bewegender Moment. Ich stand noch am Anfang meiner Unterrichtskarriere, unterrichtete intuitiv, hatte bei einigen Lehrern hospitiert, und reflektierte noch deren Methoden – und dann das! Ich hatte so tolle Musik rausgesucht, so schöne Übungen ausgewählt … und dann steht Charlotte einfach vor mir und stellt diese Frage.

DANKE!

Charlottes Impuls hat mich tief bewegt. Ich ging auf die Suche, las sehr viel internationale Literatur zum Thema Kindertanz, jettete in Tanzarchive, machte Fortbildungen im Bereich Tanz und Bewegungspädagogik und verband zunehmend den Tanz mehr mit der Pädagogik, die auf der Individualität und der Kreativität der Kinder beruht.
In meinen Kindertanzklassen geht es mir mehr als nur um Tanz. Es geht um die persönliche Einzigartigkeit, die Freude, Neues zu entdecken und schon Bekanntes wiederzufinden. Ich glaube, dass Kinder Lehrer brauchen, die ihnen auf Augenhöhe begegnen – ich lerne viel von ihnen und ihre Perspektiven bereichern meine Welt sehr.

Nach nun fast 10 Jahren als Dozentin für private Institute und Schulen war es mir schließlich ein großes Anliegen, eine eigene Kindertanzausbildung ins Leben zu rufen und diese Haltung auch an große Menschen zu vermitteln!

Dem Tanz, der Kreativität und der Körperarbeit gilt meine große Liebe – über das Spüren und Fühlen in Kontakt mit sich selbst zu kommen.

Ich wünsche dir viel Freude bei deiner Entdeckungsreise!

Stefi Schmid

PS: Ich bringe meinen Müll heute selber raus!